Gestern auf der Arbeit hatte ich das außerordentliche Vergnügen, den Post- und Bankweg zu übernehmen. Diese wichtige und höchst anspruchsvolle Tätigkeit bleibt ansonsten nur unserer Bürokraft vorbehalten, sie hat aber diese Woche Urlaub, und so war ich mal an der Reihe. Da sich unser Büro bekanntlich in der Bahnhofstraße (ggü. der Polizei) befindet, ist dem eingefleischten Burger klar, dass mich mein Weg die gesamte Schartauer Straße hinauf zur Post und Retour führte. Auf der Post musste ich noch an den Schalter und bekam so eine kleine Begebenheit mit, die sich nebenan ereignete.
Eine junge Frau wollte einen Brief, den sie in der Hand hielt, per Einschreiben mit Rückschein aufgeben. Als sie diesen Wunsch der Postbeamtin gegenüber äußerte, fand diese es angebracht darauf zu antworten: “Da brauchen Sie einen roten Zettel, da drüben am Tisch sind welche.” Wer jetzt denkt, dass diese Worte höflich, freundlich oder hinweisend gesprochen wurden, der irrt, aber gewaltig! Da kein weiteres Angebot von Hilfe die Kundin erreichte, blieb der nichts anderes übrig, als sich ihrem Schicksal zu fügen. Sie setzte sich an den Tisch, um allein irgend einen Zettel auszufüllen, während das Postungeheuer einfach den nächsten Kunden bediente… ich glaube, hätte das Postmonster das mit mir versucht, wäre richtig gute Stimmung aufgekommen!
So habe ich mich denn mit einem Kopfschütteln auf den Rückweg begeben. Noch darüber sinnierend, wie schädlich und gänzlich kundenfeindlich doch eine fast monopolistische Stellung am Markt ist, überkam mich ein vormittagliches Hungergefühl. Also, ab zum Backmann und etwas für den kleinen Hunger zwischendurch besorgt. Mein Weg führte mich zur “Meisterbäckerei Steinecke”. Und hier war ich der König, weil Kunde. Bedienung, Freundlichkeit, ja der ganze Service bekommt von mir 11 von 10 möglichen Punkten – einfach top!
Konkurrenz belebt eben das Geschäft, und der Gewinner ist immer der Kunde. Und so bin ich an diesem Tag zu einer kleinen praktischen betriebswirtschaftlichen Lektion gekommen.